19. November 2011

Meine Meinung zu "Die Sims Mittelalter"

Begabte Lillia (Zauberin), Schmied Magnus, Händlerin Laurenzia, Minnesänger Leander (Barde) und Oberhirtin Iohanna (Jakobanische Priesterin) (v.l.n.r.)
Irgendwie unsinnig eine Meinung über ein Spiel zu schreiben, das schon ein halbes Jahr oder so raus ist? Nö. Hab es letztens für 15€ bei Müller kaufen gefunden und gleich mitgenommen. Irgendwie gut, hab's sonst nirgends nochmal so günstig gesehen. War eh schon daran interessiert, hatte es dann aber nicht gekauft, weil's mir irgendwie doch zu teuer war. Hätte es wahrscheinlich mir dann zu Weihnachten gewünscht gehabt. Naja, jetzt hab ich's und es gefällt mir.

Ok, da hätten wir dann den Grund, warum ich immer noch nicht dazu gekommen bin, mit den Tieren zu spielen. Ich wurde ins Mittelalter zurückversetzt. Nett fand ich, dass das schrittweise geschah und ich bei der Installation erstmal nur ein paar Jahre zurückreiste: Der PC sollte nach der Installation einen Neustart machen, ich möge bitte darauf achten, alle Disketten aus den Laufwerken zu nehmen. Auch wenn die mindestens 5 (voll die hohe Zahl!) Jahre, die ich kein Diskettenlauf mehr gesehen hab, gegenüber den 500 Jahren Abstand zum Mittelalter dann doch nicht so viel sind und der Rest der Vergangenheitsreise dann ziemlich schnell ging. Eigentlich wollte ich eh nur sagen, dass ich mich voll gewundert hab, dass da was von Disketten stand. Kein Ahnung, ob es 500 Jahre sind, Geschichte kann ich nicht. Und durch "Die Sims Mittelalter" kann man auch nicht Geschichte lernen. Wer irgendein realitätsgetreues Spiel sucht, ist hier wohl falsch. Das Spiel nimmt weder sich selbst, noch das Mittelalter sonderlich ernst. Gut so. Sonst müssten wir auf Grubenmonster, Magier, Kartoffelsuppe und schreckliche Chinchillas verzichten.

Das Spielprinzip
Das Spielprinzip hat fast gar nicht mit dem der restlichen Simsspiele zu tun (Sag ich jetzt als Simsspieler, für jemanden, der noch viel andres spielt, ist's wahrscheinlich doch wieder sehr ähnlich.). Eine Gemeinsamkeit ist, dass man eine Art Gott ist, der das Handeln der Sims beeinflusst. Im Gegensatz zur normalen Simsreihe, wird das hier auch direkt schon im netten Anfangsfilmchen angesprochen ("Du bist der Wächter!").

Neu ist hier dann aber, dass man nicht einfach ziellos drauf los spielen kann. Man wählt ein Bestreben aus, mit dem man spielen möchte. Durch das Auswählen eines Bestrebens wird ein neues Königreich erschaffen.

Die Bestreben
Am Anfang ist nur das Bestreben "Ein Neubeginn" verfügbar, später schaltet man sich durchs Abschließen von Bestreben neue Bestreben frei. Jedes Bestreben umfasst dann 4 Ziele, das Bronzeziel, das Silberziel, das Goldziel und das schwierigste, das Platinziel. In "Ein Neubeginn" bestehen diese Ziele  lediglich daraus, möglichst viele Gebäude zu platzieren. Für 5 Gebäude gibt es die Bronzemedaille, für 13 die in Platin. Um der Erfüllung der Ziele nahe zu kommen, muss man Quests absolvieren. Dafür hat man, je nach Bestreben, eine begrenzte Anzahl an Questpunkten (QP) zur Verfügung. Die QP werden benötigt, um Quests zu spielen. Einfache Quests benötigen einen QP, schwierigere bis zu 4QP. Ok, vielleicht auch mehr, wenn man noch ein bisschen weiter im Spiel ist als ich. Wenn alle QP verbraucht sind, ist das Bestreben abgeschlossen. Man bekommt die Medaille je nachdem wie gut man war und ggf. werden neue Bestreben freigeschaltet. Danach kann im Königreich weiter spielen, jedoch besteht nicht mehr die Möglilchkeit, die Ziele weiter zu vervollständigen. Da man jetzt aber unbegrenzte QP hat, kann man wieder Quests aufnehmen. Nach Ende des Bestrebens sind auch Quests zur Auswahl dazu gekommen, in denen man keine Aufgaben hat und wie in der normalen Simsreihe frei spielen kann.

Die Quests
Aus einer recht großen Auswahl kann man sich nach Erschaffung des Königreiches einen Quest aussuchen. Diese Quests werden von einem, manchmal von zwei Helden des Königreiches bestritten. Man bekommt die Macht über den Helden und bestimmt was er tun soll. Schon bei der Auswahl des Quests gibt es meist mehrere Ansätze, ein Problem zu lösen. In den Quests liegt meistens ein Problem vor, so haben die Bauern dann keine Lust mehr zu arbeiten und protestieren. Man hat nun die Wahl, ob man auf ihre Bedürfnisse eingeht oder ihnen mit Gewalt droht. Je nach Ansatz können die Quests von verschiedenen Helden gelöst werden. So sucht der Händler meist einen diplomatischen Weg, Ritter und Spione machen Gewalt und Hinterlist zu ihrer Lösung und Magier werden die Probleme mit (wer hätte es gedacht?) Magie los.

Wenn man sich dann für einen Quest und für einen Ansatz entschieden hat, landet man also im mittelalltäglichen des jeweiligen Helden.
Oft kommt dann schon sofort eine Nachricht (per Taubenpost) vom König, dass man möglichst schnell zum Thronsaal kommen solle, es gäbe Probleme. Wenn man das getan hat, folgen weitere Aufgaben bis man schließlich das Problem gelöst hat. Auch hier gibt es zwischendurch immer wieder die Möglichkeit zwischen zwei Alternativen zu entscheiden. Wie schnell man die Questaufgaben löst, ist einem selbst überlassen. Die Questleistung nimmt nicht ab, wenn man sich Zeit lässt. Wenn man lange nichts getan hat, wird dies zwar angezeigt, es hat aber keine Auswirkungen. Anders ist es bei den Pflichtaufgaben, die neben den Questaufgaben erledigt werden müssen.
Diese sind alltägliche Pflichten der Helden wie z.B. Steuern zahlen, ein Schwert reparieren oder eine Predigt halten. Die Pflichten sind zeitlich begrenzt, sollten also immer erledigt werden. Eine erledigte Pflicht wirkt sich positiv auf die Laune (Konzentration) des Sims aus, eine nicht erledigte Pflicht negativ. Die Konzentration wiederum wirkt sich auf die Questleistung aus, am Ende des Quests wird der Quest nach dem schon bekannten Bronze- bis Platin-Prinzip bewertet. Damit man den Quest nicht umsonst gelöst hat, gibt es natürlich Belohnungen, die in Form von Simoleons, Königreichskriterien und Königreichspunkten (KP) ausfallen.
Königreichskritereien sind Wohlergehen, Sicherheit, Kultur und Wissen. Wird in einem Quest beispielsweise etwas gegen Banditen in der Umgebung unternommen, steigt die Sicherheit. Manche Quests können aber auch negative Auswirkungen auf diese Kriterien haben.
KP werden dafür benötigt, um Bündnisse mit benachbarten Staaten zu schließen oder neue Gebäude zu bauen. Neue Gebäude bieten meistens eine Unterkunft für einen weiteren Helden. So bekommt man, wenn man eine Klinik baut, die Möglichkeit einen Arzt einziehen zu lassen, wer eine Kaserne baut, darf einen Ritter erstellen. Neben Unterkunft bieten die Gebäude auch noch Verbesserung der Königreichskriterien, einige wie die Mühle oder der Leuchtturm, in denen kein Held einziehen kann, dienen auch nur diesem Zweck.

Die Helden
Bis zu 10 Helden können sich im Königreich niederlassen: Monarch, Ritter, Händler, Barde, Jakobanischer Abt, Petrischer Priester, Spion, Zauberer Arzt und Schmied. Die Aufgaben derjenigen sollten klar sein, deshalb erspare ich mir hier mal die Erklärung.

Der erste Held, den man erstellt, ist in jedem Fall der Monarch. Dazu kommt man in den aus den restlichen Simsspielen bekannten CAS und hat eigentlich die gleichen Möglichkeiten wie immer. Nur dass alles nach Mittelalter aussieht. Grafisch ist es auch etwas anders, aber da sagen Bilder wohl mehr aus, als wenn ich es jetzt erkläre. Ich muss sagen, dass der CAS im Mittelalterspiel eher uninteressant wird. Es geht im Spiel eher weniger um die Sims, sondern um die Aufgaben, die sie erledigen. Im CAS verbringe ich hier wesentlich weniger Zeit als sonst. Könnte aber auch daran liegen, dass es nur Alltagskleidung gibt und keine anderen Kategorien. Zum Schlafen ziehen sie sich irgendetwas sackähnliches an und zum Kämpfen eine Rüstung. Schade finde ich, dass mir die neuen Schieberegler (Kinnbreite, Wangenfülle nach oben und unten aufgeteilt) für die Gesichtsgestaltung sehr zusagen. Auch die, die  schon bekannt sind kommen mir besser vor. Schade irgendwie, dass es hier, wo ich es für nicht so wichtig halte, besser ist. Etwas anders als sonst ist auch die Bestimmung des Charakters. Man darf sich hier nämlich nur zwei Persönlichkeiten (z.B. Abenteuerlustig, Redegewandt, Lebenslustig, Gierig, Scherzkeks oder Wal hat Eltern gefressen) aussuchen. Diese werden sich im Spiel hauptsächlich positiv auswirken. Leider muss dann aber auch eine größte Schwäche gewählt werden. Und egal, ob man sich für Blutrünstig, Trunkenbold, Vielfraß oder Zügellos entschieden hat: Die Schwäche nervt. Neben den Quest- und Pflichtaufgaben, hat der Held jetzt auch noch weitere Bedürfnisse, die erfüllt werden müssen. Blutrünstige Sims bekommen schlechte Laune, wenn sie lange mit niemandem gekämpft haben, Trunkenbolde, wenn sie lange nichts getrunken haben. Vielfräße sind besonders nervig. Ihr Magen leer sich doppelt so schnell wie der von anderen Sims, füllt sich aber nur halb so schnell. Es müssen also doppelt so oft wie bei anderen, Mahlzeiten eingenommen werden. Und während normalerweise eine Mahlzeit ausreichen sollte, brauchen Vielfräße einfach immer zwei, um ihren Magen zu füllen. Und zügellose Sims beschweren sich, wenn sie einen Tag lang kein Techtelmechtel hatten. Find ich auch schwierig, vorallem am Anfang, wenn der Sim noch zu niemandem wirklich gute Beziehungen aufgebaut hat. Wenn ich jetzt schonmal dabei bin, sag ich auch noch, dass im Mittelalter nicht zwischen "Baby machen" und "Techtelmechtel" unterschieden wird. Wer Sex hat, geht sofort das Risiko ein, schwanger zu werden bzw. zu schwängern. Homosexualität ftw! Ist hier übrigens problemlos möglich. In Quests (bei denen es nicht ums Baby machen geht) wird vor Aufgaben, die was mit romantischen Aktionen zu tun haben, auch nachgefragt, ob's denn nun ein Mann oder eine Frau sein soll. Helden können auch heiraten, wen sie wollen, auch andere Helden (dabei wird dann gefragt, welches Gebäude das zu Hause der beiden werden soll). Kinder bekommen ist, wie schon gesagt, auch möglich, allerdings im Sims 1-Stil. Nach der Schwangerschaft (nagut, die gab es in Sims 1 nicht), erscheint eine Wiege, in der das Neugeborene für einige Tage bleibt. Danach wächst es sofort zum Kind auf, was es dann sein Leben lang bleibt. Kann aber sein, dass Kinder die Nachfolger der Helden werden können, wenn diese sterben. Dann würden sie wohl auch groß werden. Ist mir aber noch nie passiert.
Eine weitere Eigenschaft eines Helden ist seine Religion. Am Anfang sind sie alle agnostisch können dann während des Spielens entweder von einem jakobanischen oder einem petrischen Priester zu ihrem Glauben bekehrt werden. Würd ich mir für die andern Simsspiele auch wünschen. Müssen ja keine real existierenden Religionen sein, sondern ausgedachte, wie hier. Beide Religionen verehren den Wächter, also den, der grad am Computer hockt und spielt.
Ein Held kann in seinem Beruf 10 verschiedene Level erreichen. Hat er bestimmte Level erreicht, kann es auch sein, dass sich sein Titel ändert (z.B. von Begabter auf Zauberer oder von Ladenbesitzerin auf Händlerin).

Die Gebäude
Die Gebäude, die von Helden bewohnt werden, können von innen besichtigt und gestaltet werden. Die äußere Form ist leider immer gleich, was auch dazu führt, dass jedes erschaffene Königreich gleich aussehen wird. Das Zuhause der Helden ähnelt stark einem Puppenhaus: Vorne ist keine Mauer, es kann hineingesehen werden. Das ist aber nur von einer Seite möglich, die anderen Wände verschwinden nicht. Der Kaufmodus ist eigentlich so wie immer, nur mit mittelalterlichen Objekten. Essen wird hier im Topf über dem Feuer oder im Ofen bekocht, ihr Geschäft erledigen die Sims über einem Eimer. Zum Glück gibt es aber auch die Möglichkeit, die Gebäude möbiliert zu erwerben. Wie auch im CAS, find' ich es hier nicht so interessant. Schade ist dabei, dass die vormöbilierten Gebäude dann immer gleich aussehen und es keine verschiedenen Alternativen gibt.

Sonst noch
Ich hoffe, ich hab' jetzt alles wichtige angesprochen und versuche mal zu einem Schluss zu kommen. Mir gefällt das Spiel sehr gut, die Aufgaben wurden bisher nicht langweilig. Wenn man ein neues Bestreben spielt, wiederholen sich auch die angebotenen Quests, da man aber immer verschiedene Wege wählen kann, wird es wohl etwas länger dauern, bis man wirklich alles kennt. Schön finde in den Quests (und auch anderswo immer wieder) besonders die Texte, die geschrieben wurden. Oft wird alles nicht so ernst genommen, die merkwürdigsten Dinge können passieren. Sind oft Sachen dabei, die ich ganz witzig finde. Lohnt sich auf jeden Fall mitzulesen, was man gesagt bekommt und nicht einfach nur die Aufgaben abzuarbeiten.
Möchte jetzt aber auch noch einige Dinge nennen, mit denen ich mich nicht so ganz anfreunden kann. Für jedes Bestreben, das man wählt bekommt man stets das gleiche Königreich, immer spielt man in der gleichen Region, immer stehen die immer gleich aussehenden Gebäude an der gleichen Stelle, immer gibt es die gleichen Nachbarstädte. Besonders deutlich wird dadurch, dass man, wenn man ein neues Bestreben beginnt, immer wieder mit einem leeren Reich beginnt. Wenn man also ein Bestreben abgeschlossen hat, hat das, was man aufgebaut hat und die Sims, die man erstellt hat, eigentlich keinen Nutzen mehr. Es bleibt nur noch freies Spiel ohne Ziel.
Ich bin mir auch noch nicht sicher, wie viele Quests es wirklich gibt, die man lösen kann. Irgendwann werden sicherlich auch nur noch Quests, die man schon häufger gelöst hat, verfügbar sein. Ist bei mir jetzt noch nicht so, habe aber auch erst zwei Bestreben komplett abschließen können.
Trotzdem auf jeden Fall eine Empfehlung an alle, denen Sims gefällt und die sich auch vorstellen könnten, mal ein paar klare Ziele für ihr Spiel zu haben und nicht immer nur drauflos zuspielen.

Sonstige Dinge, die ich erwähnen wollte, aber um diese Uhrzeit nicht mehr als Fließtext schaffe

-Es gibt eine große Auswahl an Rezepten. Wenn man alle nötigen Zutaten hat, stehen einem pro Kochutensil (Kochtopf, Ofen, Spieß) geschätzt mindestens 20, wenn nicht sogar mehr, Gerichte zur Verfügung. Wer keine Zutaten hat und auch nur den standardmäßigen Kochtopf muss sich mit Grütze zufrieden geben, welche die Laune des Helden senkt.
-Die Wege von einem Ort zum nächsten sind recht weit.
-Die Titelmelodie macht mich bekloppt, weil da eine Stelle drin ist, die sich genau wie Harry Potter anhört, aber dann anders weiter geht
-Dadurch, dass Frau und Mann im Mittelalter der Simsentwickler komplett gleichberechtigt sind und jedem Charakter anscheinend durch Zufall ein Geschlecht zugewiesen wird, kommt es manchmal zu Problemen. In einem Text stand zum Beispiel mal, dass irgendein Herrscher, der zu Besuch kam, seine Frau dabei hat, ich such die Frau ewig und dann war es doch ein Mann. Da fehlte wohl irgendwie 'ne Überprüfung.
-Ich mag die Bärte irgendwie, aber trotzdem benutze ich sie nie.
-Im Internet findet man Möglichkeiten, den Zensurbalken bei Baden zu entfernen, Cheats, mit denen auch vor Abschließen des Bestrebens frei spielen kann, und irgendwo hat glaub ich sogar jemand erklärt, wie man mit einem bestehenden Königreich ein neues Bestreben anfangen kann.
-Das erweiternde Erlebnispack Piraten und Edelleute habe ich noch nirgendwo für unter 15 Euro gefunden und mehr als fürs Hauptspiel ausgeben möchte ich nicht. Vielleicht bekomm' ich's zu Weihnachten.
-Eine Geige ist nicht das gleiche wie eine Laute.
-Wenn der Barde Gedichte oder Schauspiele schreiben möchte, muss er zuvor Inspiration sammeln. Das funktioniert indem er sich einfach in der Gegen umsieht oder mit Leuten spricht. Dadurch bekommt er Themen (wie z.B. Liebe, Vergänglichkeit, Mahlzeiten, Ferne Länder, Wächter), die man dann beim Schreiben auswählen kann.
-Einmal hatte ich mir sogar neue Kleidung freischalten können, auch wenn ich nicht verstanden hab, wie ich es gemacht hab.
-Da oben ist ein Bild von 5 meiner Helden aus meinem ersten Königreich.
-Händlerin Laurenzia sieht aus wie Wickies Mutter.

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